Investieren statt sparen! Auf dem Weg zum demografischen Wechsel

Der Blick auf die Altersstruktur zwingt zum Neudenken. Stehen heute noch vielfach Maßnahmen zur kurzfristigen Personalkostenreduzierung als operatives Ziel auf der Agenda, greift dies strategisch betrachtet zu kurz.

Die aktuelle Personalstrukturanalyse einer Einrichtung der Behindertenhilfe durch Imendo bestätigte die Vermutung einer alterszentrierten Personalstruktur. 2/3 der Mitarbeitenden sind über 45 Jahre alt. Hiermit sind nicht nur die hohen Personalkosten erklärt: Die durchschnittlichen Kosten je Vollkraft einer pädagogischen Fachkraft liegen aktuell mit dem 55. Lebensjahr bei 56 Tsd. Euro und damit um 14 Tsd. Euro höher als bei einem 25 jährigen Mitarbeitenden. Für die Nicht-Fachkräfte beträgt die Differenz immerhin ca. 10 Tsd. Euro pro Vollkraft und Jahr. Bei 100 Mitarbeitenden ergibt dies ein Potential in Höhe von über 250 Tsd. Euro im Vergleich zu einer balancierten Altersstruktur.

In einigen Jahren wird die Ersatzbeschaffung auf einen leeren Arbeitsmarkt treffen und die Einrichtung vor existenzielle Fragen stellen, die über kurzfristige negative Betriebsergebnisse hinausgehen. Den Personalbedarf über optimierte Prozesse und Dienstpläne zu reduzieren ist richtig, davon profitieren auch die Mitarbeitenden.  Darüber hinaus sind Massnahmen zur Personalbindung, Erhaltung der Leistungsfähigkeit und einem gleitenden Übergang in den Ruhestand jetzt Zielführend!

Um das Potential zu heben werden Gespräche mit den Mitarbeitenden unter dem Motto: Mehr Freizeit durch Teilzeit geführt und die Vorteile für Dienstgeber und Mitarbeitende realisiert.